Im September hat der Schönaicher Gemeinderat einstimmig beschlossen, in einem ersten Schritt die Beziehungen mit der italienischen Gemeinde Mirabella zu vertiefen. Ziel dieser ersten Anbandelung auf offizieller Ebene ist, dass daraus eine Städtepartnerschaft entstehen soll. Damit liegt die Verwaltungsebene der Gemeinde auf einer Linie mit engagierten Bürgern und Gewerbetreibenden, die bereits jetzt Gas geben, um den Annäherungsprozess tatkräftig zu unterstützen. Am Mittwoch, 7. Februar, soll in Schönaich ein Verein namens „PaFö“ – Verein für partnerschaftliche Förderung zwischen Schönaich und Mirabella Inbaccari – gegründet werden, der sich auch der Aufbauarbeit von gewerblichen Verbindungen zwischen beiden Gemeinden kümmern will.

Mirabella ist eine 5000 Einwohner zählende Ortschaft auf Sizilien mit besonderer Verbindung zu Schönaich – schließlich leben hier rund 500 Bürger, deren Wurzeln in Mirabella liegen. Die Ursache dieses Zustroms von Mirabellesi liegt an den wirtschaftlichen Schwierigkeiten, mit dem der Ort seit vielen Jahren zu kämpfen hat. Seit den 1960er Jahren haben dort rund 5000 Einwohner ihren Ort verlassen, um woanders Arbeit zu finden, ein neues Leben zu beginnen. Vor allen Dingen der Nachwuchs sucht in der Hoffnung auf eine berufliche Perspektive das Weite. Dagegen steht aktuell eine jüngere Generation um den neuen und sehr engagierten Bürgermeister Giovanni Ferro, die erreichen möchte, die Gemeinde wirtschaftlich so attraktiv zu gestalten, dass die jüngeren Bewohner ihrer Heimat treu bleiben. Einen wichtigen Baustein auf dem Weg zum wirtschaftlichen Aufschwung sehen Ferro und Mitstreiter im Aufbau der Beziehungen zu Schönaich.

In Schönaich wiederum ist das Interesse an einem stärkeren Mitarbeiter ebenfalls stark ausgeprägt. Vor drei Jahren hat Michael Thomas, damals noch Vorsitzender des Gewerbe- und Handelsvereins Schönaich, zum ersten Mal einen Ausflug nach Mirabella organisiert. Eine Genussreise, bei der erste, zarte Bande geknüpft worden sind – und bei der man sich schnell überein gekommen war, dass beide Gemeinden von einer Partnerschaft auf verschiedenen Feldern voneinander profitieren könnten – von einem Austauschprogramm für Schüler oder Vereinen bis hin zum Bezug von sizilianischen Spezialitäten. Schließlich hat Mirabella, wo die Landwirtschaft eine der Haupteinnahmequellen ist, eine ganze Latte an schmackhaften Produkten zu bieten. Davon ein weiteres Mal überzeugen durfte sich sich vergangenes Jahr eine weitere Reisegrupe um Michael Thomas – bei offiziellen Begegnungen entstand dabei auch die Idee, in beiden Gemeinden Vereine zur Förderung der partnerschaftlichen Beziehungen zu gründen. Nachdem in Mirabella ein solcher nun bereits ins Leben gerufen worden ist, soll am Mittwoch in Schönaich nachgelegt werden. „Es wird bei uns ungefähr zehn Gründingsmitglieder geben“, erklärt Michael Thomas, dem höchstwahrscheinlich die Rolle des Vereinsvorsitzenden zuteil kommen wird. Für die Gründungsversammlung hat Bürgermeister Daniel Schamburek zugesagt, die Wahlleitung zu übernehmen. „Der Verein soll nicht als Konkurrenz zu den aktuellen Bestrebungen eine städtepartnerschaftliche Beziehung beider Gemeinden verstanden werden. Auch soll er in keiner Weise Konkurrent zu unserem bereits bestehenden italienischen Verein CCI Schönaich sein“, sagt Thomas. „Der neue Verein will in verschiedenen Bereichen mit CCI zusammenarbeiten – und vor allem die Bemühungen, die es in Richtung Städtepartnerschaft gibt, unterstützend begleiten.“

Erstes Event ist schon geplant

Damit sich die zurzeit noch zarten Bande zur starken Verknüpfung entwickeln, sollen in Schönaich und Mirabella von den jeweiligen Vereinen Büros zur kontinuierlichen Vertiefung der Kontakte eingerichtet werden. Und auch ein erstes gemeinsames Event ist bereits in Planung. In und an der Schönaicher Gemeindehalle soll am 28. und 29. April eine Genuss- und Handwerkermesse stattfinden, zu der sich inzwischen bereits 20 Betriebe aus Mirabella sowie einige aus Schönaich und Umgebung angemeldet haben. „Die Veranstaltung wird dazu begleitet von einem kulturellen Programm aus Mirabella“, verrät Michael Thomas. „Wir sind in der Vorbereitung schon sehr weit fortgeschritten – und ich bin mir sicher, dass wir an den beiden Tagen mit attraktiven Ausstellern einiges zu bieten haben. Ich hoffe, dass wir mit diesem Format so erfolgreich sein können, dass es Wiederholungen gibt. Und natürlich, dass wir damit einen Beitrag leisten, Schönaich und Mirabella noch ein weiteres Stückchen zusammenrücken zu lassen.“

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